OktoberSchatten 

in Rado


Halloween im nebligen Königreich Rado

Es war Halloween im nebligen Königreich Rado, und das Robinblutschloss erstrahlte in seinem festlichen Glanz. Kasdar, der 16-jährige Sohn von Kalaxyjja und Vampirkönig Kayada, bereitete sich auf sein erstes Halloween-Fest vor. Kalaxyjja half ihm, seinen schwarzen Seidenkimono anzulegen und sein Katana zu sichern. „Erinnere dich immer daran, wer du bist, mein Sohn“, flüsterte sie ihm liebevoll zu.


Kasdar war von Geburt an stumm und hatte noch nie die Menschenwelt betreten. Doch an diesem Halloweenabend sollte er erstmals an den Feierlichkeiten im Vampirkönigreich teilnehmen. Seine leuchtenden Augen strahlten vor Aufregung, als er durch die prächtig geschmückten Flure des Schlosses ging. Die anderen Vampire beobachteten ihn neugierig, einige mit Bewunderung, andere mit Skepsis.


Im Schlosshof hatten die Vampire ein großes Fest vorbereitet, mit Spielen, Tänzen und köstlichen Speisen. Die Luft war erfüllt vom Duft gebratener Kastanien und würzigem Blutwein. Überall funkelten Kerzen und schufen eine mystische Atmosphäre, die vom dichten Nebel verstärkt wurde, der über dem Boden kroch und alles in eine geheimnisvolle Aura hüllte.


Die Festlichkeiten begannen mit einer Parade durch das Schloss, angeführt von Kayada selbst. Kasdar folgte seiner Mutter durch die Menge, seine Augen nahmen neugierig die Umgebung auf. Die anderen Vampire sahen ihn mit gemischten Gefühlen an. Einige waren fasziniert von seiner Erscheinung, während andere ihn argwöhnisch betrachteten.


Während der Feierlichkeiten gesellten sich immer mehr Vampire zu ihnen. Kasdar fühlte sich allmählich wohler und begann, an den Spielen teilzunehmen. Er bewies sein Geschick im Umgang mit dem Katana, indem er geschnitzte Kürbisse in der Luft zerteilte, sehr zur Begeisterung der Zuschauer. Seine Bewegungen waren präzise und elegant, ein Erbe seiner Samurai-Mutter.


Im großen Ballsaal des Schlosses tanzten die Vampire in aufwendigen Kostümen und Masken. Der Raum war mit unzähligen Kerzen erleuchtet, deren Flammen im Takt der Musik flackerten. Die Wände waren mit blutroten Samtvorhängen geschmückt, die eine mystische und zugleich festliche Atmosphäre schufen.


An großen Tafeln wurden exquisite Speisen und Getränke serviert, darunter Blutwein und feine Delikatessen, die für die Vampire zubereitet wurden. Kasdar war fasziniert von den unterschiedlichen Geschmäckern und probierte alles neugierig aus.


Doch als die Nacht tiefer wurde, begann ein neues Highlight der Feierlichkeiten: ein magisches Spiel, das nur an Halloween gespielt wurde. Es hieß „Die Jagd nach den verlorenen Seelen“. Kasdar meldete sich sofort an, seine Augen leuchteten vor Aufregung.


Die Regeln waren einfach: Im nebligen Garten des Schlosses waren leuchtende Kugeln versteckt, die verlorene Seelen darstellten. Die Teilnehmer mussten diese Kugeln finden und zurück ins Schloss bringen. Jede gefundene Kugel leuchtete in einer anderen Farbe und erzählte eine eigene Geschichte, wenn man sie berührte.


Kasdar machte sich mit anderen jungen Vampiren auf die Suche. Der Nebel funkelte im Mondlicht, und der Atem der Teilnehmer bildete kleine Wolken in der kalten Nachtluft. Die Kugeln leuchteten in der Ferne und schufen eine magische Szenerie.


Kasdar fand eine besonders helle Kugel, die in einem Baum hängend schimmerte. Mit einer eleganten Bewegung sprang er hoch und griff nach der Kugel. Als er sie berührte, begann sie zu sprechen und erzählte die Geschichte eines alten Vampirkriegers, der einst das Reich verteidigt hatte. Die Geschichte erfüllte ihn mit Ehrfurcht und Inspiration.


Nach und nach fanden die Teilnehmer alle Kugeln und kehrten ins Schloss zurück. Dort wurden die Geschichten der Kugeln geteilt, und die Teilnehmer erhielten kleine Belohnungen für ihre Entdeckungen.


Die restliche Halloween-Nacht verlief friedlich und voller Freude. Kasdar hatte seinen Mut und seine Neugier bewiesen, und die Vampire akzeptierten ihn nun als einen der ihren. Er hatte gelernt, dass er sowohl in der Welt der Samurai als auch in der Vampirwelt seinen Platz finden konnte.


Die Legenden von Kalaxyjjas Mut und Kasdars Abenteuer wurden in dieser magischen Nacht weitergesponnen. Das Robinblutschloss blieb ein Ort, an dem Geschichten lebendig wurden und neue Erinnerungen geschaffen wurden. Während die Sterne am Himmel funkelten, wussten die Bewohner des Schlosses, dass sie dank der Taten von Mut und Liebe in Frieden und Harmonie leben konnten.

OktoberSchatten in Rado